Farbenrausch aus der Natur

Farben zum Malen aus der Natur: Claudia Maria Pommer Experimentiert mit Farbenstoffen aus der Natur um Bilder zu malen. Ein Bericht für die Kraftquelle-bgl.
Farben zum Malen aus der Natur: Manche Kombinationen von Beeren und Blüten zeigen beim Verarbeiten eine verstärkt intensive Farbgebung. So entsteht aus Heidelbeeren, Lavendelblüten und einer Prise Malven-Mix ein traumhaft blumig, fruchtig duftendes Lila.

Das Experimentieren mit selbst hergestellten Pflanzenfarben lässt nicht nur einzigartige wie bezaubernde Kunstwerke von individueller Natur entstehen. Es bereichert, schmeichelt der Seele sowie den Sinnen und fördert das Umweltbewusstsein. Wer Lust hat „Farbe zu bekennen“ und in den kreativintensiven Prozess mit den Materialien der Natur eintauchen möchte, kann aus dem bunten Naturschatz des Spätsommers und Herbstes schöpfen. © Claudia Maria Pammer

TIPP: Das Sammeln der nachwachsenden Rohstoffe sollte in achtsamer Haltung und Sorgfalt in Bedacht auf Artenschutz erfolgen. Im Vordergrund steht die Gewährleistung Lebensräume zu wahren. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der Unbedenklichkeit der Materialien sollte ein (Kräuter)-Experte herangezogen werden.
       
Die natürliche Farbstoffgewinnung aus sogenannten Färberpflanzen, wie beispielsweise Färberröte oder Färber-Wau reicht weit zurück und hatte die bis zum 19. Jahrhundert ihre Hochkultur. Danach übernahmen synthetische und chemische Farbstoffe das Farb-Feld. Nicht zuletzt aus ökologischen bzw. Gründen der Nachhaltigkeit, scheint es erstrebenswert wieder auf natürliche Reserven, wenn gleich auch die eigentlichen Färberpflanzen nicht direkt zur Hand sind, zurückzugreifen.

TIPP: Die gewünschten Pflanzenpigmente befinden sich in den Pflanzenzellen,  entweder in sogenannten Chromatophoren oder gelöst im Zellsaft der Vakuole. Das wohl bekannteste und wichtigste Farbpigment Chlorophyll ist als Träger der Fotosynthese und des Energiestoffwechsels unentbehrlich für alles Leben und stellt somit weit aus mehr als nur eine Farbstoffquelle dar.


Sobald mit den gesammelten Naturschätzen die grüne Hausapotheke und der Gewürzschrank wieder aufgefüllt sind, der selbst hergestellte Naturkosmetikbedarf gedeckt und das Obst verarbeitet worden ist, kann mit der Farbgewinnung in der grünen Werkstatt losgelegt werden.
Beim Herstellen von Pflanzenfarben sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So kann das Feuerwerk an entstehenden Farb- und Sinneseindrücken beispielsweise mit Wegwarteblau, Wacholderrot und Aprikosengelb bildlich festgehalten werden.  Die Vielzahl an Möglichkeiten scheint nahezu unbegrenzt.

FARBGEWINNUNG:
Blüten-, Blatt-, Frucht- oder Holzfarbstoffe werden entweder direkt aus den frischen Pflanzenteilen gewonnen oder müssen zunächst mittels Kochvorgang extrahiert werden. Es empfiehlt sich die Sorten zunächst nach Farben zu sortieren und gegebenenfalls Handschuhe zu verwenden. Die frischen Pflanzenteile werden auf unterschiedlichste Arten zerkleinert: zerschneiden, zerdrücken, mahlen oder im Mörser zerreiben. Muss die Farbe durch Kochen der Pflanzenteile extrahiert werden, wird eine Sorte zerkleinerter Pflanzenteile mit etwas Wasser zunächst zu einem Brei verrührt und anschließend gekocht. Die Zeitdauer des Kochvorganges variiert und ist abhängig von den Pflanzenteilen. Nachdem Kochvorgang und einer Abkühlzeit wird der Sud durch ein Sieb gegossen und so die Farbe in verschließbaren Gläsern eingefangen. Beachten Sie, dass Pflanzenfarben nicht unbegrenzt haltbar sind und dementsprechend mit der Zeit verblassen.


TIPP: Den Rest der zerkleinerten Pflanzenteile immer aufbewahren, denn auch diese können, wenn wieder frische Farben hergestellt werden sollen, herangezogen werden. So kann, unabhängig von der Jahreszeit immer wieder ein facettenreiches Spektrum an Farben hergestellt werden.

Um Farbfestigkeit zu erreichen bzw. die Leuchtkraft der Farben zu erhöhen, besteht die Möglichkeit Alaun oder Weinstein zuzusetzen. Diese können beispielsweise in Apotheken oder bei Anbietern von Färberpflanzen bezogen werden. Um die Farbe zu fixieren, kann auch Essig zugesetzt werden. Viel Spaß beim kreativen Farbabtausch!

Bei Fragen rund um das Thema können Sie sich per E-Mail melden.

 

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WORKSHOP: Experimentieren mit Naturfarben und Erdpigmenten

Bei Interesse an einem Workshop zum Thema, bitte eine E-Mail an mia.pammer@yahoo.com senden. Ich freue mich, mit Ihnen in die faszinierende Welt der Natur-Farben einzutauchen.

Für Kraftquelle-Abonnenten werden Workshop-Rabatte vergeben.

 

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Text: Mag. Claudia Maria Pammer ist Pharmazeutin sowie freischaffende Künstlerin und wohnt in Wasserburg mia.pammer@yahoo.com