Faszinierende Welt der Faszien

Im Body Stream Studio von Stephan Zurkuhlen herrscht eine familiäre Atmosphäre
Im Body Stream Studio von Stephan Zurkuhlen herrscht eine familiäre Atmosphäre

Nicht umsonst wird viel über Faszientraining gesprochen. Sie haben wichtige Aufgaben im Körper und können bei regelmäßigem Training einen großen Teil zu Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Wir haben mit Stephan Zurkuhlen gesprochen, der fünf Jahre lang österreichische Nationalteams betreut hat.

Herr Zurkuhlen, seit einiger Zeit gibt es einen Hype um Faszientraining. Erklären Sie uns bitte, was Faszien sind und welche Aufgabe sie im Körper haben.
Faszien umhüllen Knochen, Muskeln und die inneren Organe wie ein Gitternetzwerk und schützen diese dadurch wie ein Stoßdämpfer. Zudem unterstützen sie die Immunabwehr. Werden die Faszien über- oder unterbeansprucht, verkleben sie und verursachen dadurch Schmerzen. Faszien geben dem Körper, den Knochen, Muskeln und Organen Form und Struktur. Sie verleihen dem Bewegungsapparat die nötige Spannung, da sie Muskelkräfte übertragen.
Welche Aufgabe hat das Faszientraining?
Es geht darum, diese Verfilzungen und Verklebungen aufzulösen. Das Ziel ist, die Beweglichkeit zu verbessern beziehungsweise zu erhalten, zudem stehen Schmerzreduktion und Verletzungsprophylaxe im Fokus. Weniger beachtet wird oft, dass alle Gewebe hinter einer verfilzten Faszie nicht mehr richtig versorgt werden können. Es handelt sich hierbei um einen neuen Ansatz, der Mangelerscheinungen beseitigen könnte. Mikronährstoffe, Wasser und Sauerstoff werden durch das Bindegewebe transportiert und Schadstoffe müssen ausgeleitet werden. Gesundes Bindegewebe (also gesunde Faszien) ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit.
Für wen ist das Training zu empfehlen? Wer sind Ihre Kunden?
Mein jüngster Kunde war ein zwölfjähriges Fußballtalent und mein ältester eine 85jährige
Dame mit Arthrose. Die meisten Kunden sind Menschen wie „Du und Ich“. Die Natur hat uns einen Bewegungsapparat gegeben. Unseren Körper so zu bewegen, dass man der Natur des Menschen gerecht wird, bezeichne ich als „artgerecht“. Mit einem „Sitzapparat“ wären wir nicht das geworden, was wir sind und wohl längst ausgestorben.
Einige Fitnessstudios bieten ebenfalls das Training an, oder man kann es mit Rollen zu Hause machen. Worin unterscheidet sich das Training bei Ihnen im Studio davon? Was ist das Besondere an Ihren Geräten?
Persönlich bin ich ein Fan der Hartschaumrollen. Dieses Training ist eine Bereicherung sowohl in der Therapie als auch in der Prävention. Ein Ganzkörpertraining ist mit den Rollen aber leider nicht möglich. Man kann die Gelenkkapsel nicht mobilisieren und auch das weiche Gewebe nicht erreichen. Die Faszien bilden ein großes Netzwerk innerhalb unseres Körpers. Sie müssen sich das etwa so vorstellen, dass Sie rechts vorne am Tischtuch ziehen: Dann wirft das Tuch hinten links eine Falte. In meinem Studio arbeite ich mit Geräten, die speziell für das Faszienketten-Stretching konstruiert wurden. Unter Anleitung erlernt man innerhalb kürzester Zeit, maximale Ergebnisse zu erzielen. Und das, ohne zu schwitzen, ohne laute Musik in angenehmer Atmosphäre.
Welcher Zeitaufwand ist nötig und wie lange sollte ich meine Faszien trainieren?
Aktuellen Forschungsergebnissen zufolge erneuert zwei Mal wöchentliches, jeweils 15 Minuten andauerndes Faszienstretching, konsequent durchgeführt, innerhalb von acht bis zwölf Monaten das trainierte Gewebe.
Wie lange arbeiten Sie schon mit Faszien?
Ich hatte das große Glück, seit 2009 einige österreichische Nationalteams betreuen zu dürfen. Es begann mit den Volleyballern. Sie trainierten ihre Beinmuskeln mit hohem Gewicht, um am Netz höher springen zu können. Eine Gazelle springt mit ihren grazilen Beinen aus dem Stand sechs Meter hoch. Wenn sie also höher springen wollen, dann sollten sie aus den Stabilisatoren in ihren Beinen Sprungfedern machen, war mein Gedanke.
Ich wusste damals nur so viel über Faszien, wie mir in meiner Ausbildung beigebracht wurde. Nachdem ich mit meiner Methode Erfolg hatte, übertrug ich diese Idee auch in andere Sportarten. Ich habe mich zunächst autodidaktisch fortgebildet. Mittlerweile bin ich zertifizierter Faszientrainer und meine Ausbildung geht künftig weiter. Ständig kommen neue Erkenntnisse aus der Faszien-forschung hinzu, die ich in meine Arbeit einfließen lasse.
Wie sind Sie selbst zu diesem Training gekommen? Gibt es persönliche Gründe?
Ja, die gibt es. Seit meinem 24. Lebensjahr bin ich aufgrund hoher Abnutzungserscheinungen meiner Lendenwirbelsäule berufsunfähig, mit der Prognose, in einigen Jahren im Rollstuhl zu sitzen. Fortan hatte ich Angst vor Bewegung. Als ich dann 108 Kilo wog,
änderte ich meinen Lebensstil radikal. Heute bin ich gesund und sehr schlank.
Vielen Dank Herr Zurkuhlen für dieses ausführliche Gespräch.
Vielen Dank für diese faszinierende Möglichkeit, anderen Menschen helfen zu können.

 

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10 GRÜNDE FÜR FASZIEN-STRETSCHING
• Erhöht die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern
• Vermeidet Reibereien in Gelenken und Bandscheiben
• Schützt die Muskulatur vor Verletzungen
• Hält den Körper in Form
• Regeneriert Gewebe durch Flüssigkeitsaustausch
• Muskeln arbeiten effizienter
• Regenerationszeit verkürzt sich
• Leistungsfähigkeit steigt
• Verbesserung von Bewegungsabläufen und Koordination
• Geschmeidige Faszien bieten Schutz vor Verletzungen und Schmerzen

FASZIEN-TRAINING IN BAD REICHENHALL
Body Stream | Stephan Zurkuhlen, Massagetherapeut & Faszientrainer
Bahnhofstr. 7 | D-83435 Bad Reichenhall
www.gesundheitszentrum-bgl.com

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Sabine Zimmermann, Sozialpsychologin, Mediatorin, Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie für die Kraftquelle

Stephan Zurkuhlen   war bereits mit 24 Jahren schwer erkrankt. Zwanzig Jahre später wurde durch eine Zufallsdiagnose bekannt, dass er vollständig gesund ist. Seit nunmehr 10 Jahren widmet er seine Zeit ausschließlich den Selbstheilungkräften, die jeder besitzt. 2013 gründete er das Gesundheitszentrum-BGL – Die Andersdenker.

www.gesundheitszentrum-bgl.com