Gesund durch den Herbst

Das Laub raschelt und es liegt ein moosiger Geruch in der Luft. Herbst. Wechsel vom Sommer zum Winter hin. Es ist stürmisch, manchmal kalt. Genau da streichelt eine warme Suppe jetzt die Seele. Ayurveda hält aber noch andere Empfehlungen bereit. © Text: Susanne Dahl

Das A & O im Ayurveda ist es, mit den herrschenden Energien in Einklang zu sein. So gibt es auch Empfehlungen für den Herbst. Doch erst einmal die Frage: Was macht denn Ayurveda aus? Eine Besonderheit sind die Doshas:

Drei Doshas und fünf Elemente gestalten den Kosmos
Die drei Doshas steuern unser Leben. Sie liegen dem gesamten Kosmos zugrunde, innerhalb wie außerhalb von uns.
Pitta, das Umwandlungsprinzip: Es ist heiß und flüssig und sorgt für alle Umwandlungen im Körper. Nahrung wird von der groben zur feinen Konsistenz verstoffwechselt. Die Elemente Feuer und Wasser liegen ihm zugrunde.
Kapha, das Strukturprinzip: Erde und Wasser bauen unseren Körper auf, geben ihm Masse und Stabilität. Durch das Kapha-Dosha sind wir geerdet und werden genährt.
Vata, das Bewegungsprinzip: Luft und Raum in uns sorgen dafür, dass alles in entsprechender Bewegung ist: die Stoffwechselprodukte, aber auch die geistigen und motorischen Aktivitäten.
Die Doshas so zu harmonisieren, dass wir uns wohlfühlen, ist das Ziel jeder ayurvedischen Maßnahme. Jeder Mensch hat eine andere Konstitution, so wie jeder mit anderen Fingerabdrücken geboren wurde. Doch wir unterliegen nicht nur unseren eigenen Einflüssen, sondern auch denen der Natur. Und hier kommen die speziellen Empfehlungen für den Herbst ins Spiel.

Dem Herbst ein warmes Bett bieten
Der Herbst verstärkt die Elemente Luft und Raum, was wir uns durch die stürmischen Winde bildlich gut vorstellen können. Unabhängig davon, was für ein Konstitutionstyp wir sind, tun uns die speziellen Empfehlungen für diese Jahreszeit gut. Für den einen natürlich stärker und für den anderen schwächer angewendet, je nachdem, was für ein Typ wir sind.

Spezielle Empfehlungen für die stürmische Jahreszeit
Jetzt in den Herbstmonaten darf die Nahrung warm sein, suppig und ölig, also schön befeuchtend und würzig. Gewürze wie Anis, Asafoetida, Basilikum, Bockshornkleesamen, Ingwer, Kardamom, Knoblauch, Kreuzkümmel, Kurkuma, Lorbeer, Majoran, Muskat, Nelken, Oregano, Paprika, Piment, Senfkörner, Steinsalz und Zimt streicheln die Seele, wärmen und beruhigen.
Gemüse wie Knollen und Wurzeln nähren wunderbar, warmes Obst beruhigt und Getreide erdet. Milchprodukte sind ebenfalls nährend und Öle, Nüsse und Samen ergänzen die Mahlzeiten sehr gut.
Warm ist das Prinzip, das die spezielle Herbsternährung kennzeichnet: So darf es auch gerne schon ein warmer Frühstücksbrei sein, süßlich gewürzt mit Zimt, Kardamom, Piment oder Ingwer, mit Kompott oder eingeweichtem Trockenobst. Und die Getränke sind natürlich auch warm: Kräutertees oder warmes Wasser eignen sich sehr gut. Salate dagegen sind etwas für den Sommer oder Menschen mit einem hohen Pitta-Anteil. Die vorteilhaften Geschmacksrichtungen sind süß, sauer und salzig.
Wenn wir so kochen und essen, werden wir merken, wie wir mit dem Herbst in Einklang kommen. Innerlich gewärmt werden Spaziergänge zur Wonne. Geerdet können uns die Stürme nichts anhaben. Und in guter Laune haben wir auch einer Regenzone etwas entgegen zu setzten.

Weitere ayurvedische Rezepte auf www.susannedahl.com/rezepte


Susanne Dahl ist Ayurveda-Gesundheitsberaterin und vermittelt ihr Wissen in Kursen und Beratungen. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Thema Ernährung. Die schnelle Küche, die Spaß macht und schmeckt, ist ihre Spezialität. www.susannedahl.com