Klangfülle eines GongBad

GongBad Besuch mit Wolfgang Scheibe von dem Magazin Kraftquelle

Ich hatte mich für ein Gong Bad angemeldet. Also ein Klangkonzert mit Gongs. Solch ein Konzert hatte ich vor einigen Jahren auf Ibiza gehört und mich hatte die Vielfalt und die Größen der Gongs fasziniert. Damals fand das Konzert in einem sehr großen Zelt statt. Deshalb war ich neugierig, wie sich ein Gong-Konzert in einem geschlossenen Raum, in dem die Akustik sicherlich besser ist, anhört. © Text: Claudia Mögling / Kraftquelle

Das Konzert von Wolfgang Scheibe sollte in einem sehr schönen Raum in Seeham stattfinden. Diese Adresse zu finden stellte sich allerdings als nicht so einfach heraus. Google führte mich woanders hin und so kam ich ein paar Minuten zu spät. Eigentlich wollte ich etwas eher da sein, um anzukommen, ruhig zu werden, vom Alltag abschalten bevor das Konzert beginnt.
Alle Anwesenden hatten sich schon eingerichtet und lagen bereits auf ihren Matten in einer Decke eingemummelt. Mir war es etwas unangenehm und so beeilte ich mich, es mir ebenfalls gemütlich zu machen. In der Stille raschelte meine große Ikeatüte noch mehr als sonst. Die ganze Situation ließ mich nicht gerade ruhig werden, sondern stresste mich eher. Auf meiner Matte sitzend betrachtete ich nun die Instrumente, die in der Mitte des Raumes und somit in der Mitte aller Zuhörer aufgebaut waren.

Ich hatte noch die Bilder des Konzerts auf Ibiza vor Augen. Zu meiner Enttäuschung sah ich hier nur zwei Gongs aufgebaut. Wenn man bedenkt, dass ein Gong mit 100 cm Durchmesser zwischen ein- und dreitausend Euro kostet, verstehe ich, dass nicht jeder Musiker ein Dutzend davon haben kann oder wenn er sie hat, nicht zu jedem kleinen Konzert in seiner Vielzahl mitbringt.
Drumherum lagen noch weitere Instrumente, wie zum Beispiel ein Ditscheridu, welches Wolfgang selbst hergestellt hatte, wie ich später erfuhr. Es stand eine indische Shruti Box da, mehrere WahWah-Pipes, Klangschalen und eine phantastisch riesengroße Muschel. Diese hatte eine Länge von circa 40 cm und war aus Australien.
Es macht weder Sinn noch Spass etwas zu vergleichen. Deshalb bemühte ich mich meine Vorstellungen von diesem Abend loszulassen und tauchte ins Hier und Jetzt.

Wolfgang Scheibe während des GongBad
Wolfgang Scheibe während des GongBad
Wolfgan Scheibe und Herausgeberin der Kraftquelle
Wolfgan Scheibe und Herausgeberin der Kraftquelle Claudia Mögling nach dem Konzert

Ich entspannte immer mehr und verlor mich in den Klängen der Stimme von Wolfgang, seinen Worten, und dann den Klängen seiner Instrumente. Das Muschelhorn mit seinem tiefen Klang, in dem ich in die Weite des Meeres eintauchte. Zartes Rascheln welches mich in tiefe Ruhe versetzte. Mein Atem wurde langsamer, ich merke wie ich immer mehr ankam und in meine Matte sinkte.
Dann erklangen die Gongs und der Klang drang tief in meinen Körper ein. Es war so phantastisch, meine Neugierde so groß, dass ich einfach wissen wollte, wie und wo dieser Ton erzeugt wurde. Ich öffnete ein wenig meine Augen und sah, wie Wolfgang zwischen den liegenden Personen wandert. Einen Gong hielt er in der Hand, ließ ihn ertönen und schwingt das Instrument nach vorn und hinten am ausgestreckten Arm.
Meine Neugierde war gestillt und ich gab mich wieder den Klängen hin mit geschlossenen Augen. Der Gong kam näher, ganz nah, es waberte – nicht nur im Ohr, sondern auch in meinem Körper. Ich merkte wie ich mich verlor in den Klängen. Ich wurde eins mit dem Ton. Ich fühlte wie mein Körper, fließend wie Wellen von den Klängen bewegt wurde. Die Bewegung spielte sich nur im Geiste ab, aber es fühlte sich so real an, wie in einem Traum. Ich erinnerte mich an Workshopstunden vom Contact Impro Tanz, bei dem wir einmal auf dem Boden lagen und uns vorstellen sollten, in uns wäre das Meer und unser Inneres bewege sich wie Wellen, so dass auch wir anfingen, im Rhythmus des Meeres uns zu bewegen. Die Gongwellen inspirierten mich so sehr, dass ich mich am liebsten wabernd durch den Raum bewegt hätte – aber dieses war ja ein Konzert und keine Contact Impro Tanzveranstaltung. Ich blieb also am Platz liegen, genoss die Klänge und merkte wie mein Gesicht zu lächeln begann. Es stellte sich ein Gefühl der Glückseeligkeit ein. Wunderschön. Jetzt wurde der Gong gestreichelt, es ertönten Laute wie Walgesänge, beruhigend, besänftigend. Tiefe Ruhe erfüllte mich. Ich war angekommen.

Wolfgang Scheibe ist ein Reisender, spielt auf Festivals und gibt Klangreisen. Aktuelle Termine auf: www.facebook.com/wolfgong.scheibe Klänge zum reinhören: https://soundcloud.com/wolfgong

Wolfgang Scheibe und Melissa Kohlweg im Haus Gaberhell beim GongBad
Wolfgang Scheibe und Melissa Kohlweg (Organisatorin des Abends) im Haus Gaberhell in Seeham

Gong Puja

Der nächste Möglichkeit ihn in Seeham / nahe Salzburg zu erleben:
Gong Puja – eine nächtliche Klangreise mit drei Gong Meister! 31.10 auf 01.11.2018
Infos und Anmeldung: Melissa Kohlweg / info@spirit-art.at / +43 664 235 25 85

Gong Puja in Seeham 2018, drei Gongmeister, nächtliche Klangreise