Kraftquelle WEIBLICHKEIT vom QUELLE-Suchen zum FINDEN

Anuvali Schauenburg mit einem ihrer Pferde © Anuvali Schauenburg
Anuvali Schauenburg mit einem ihrer Pferde © Anuvali Schauenburg

„Wir sind alle von einer Sehnsucht nach wilder Ursprünglichkeit erfüllt.
Aber es gibt kaum ein kulturell akzeptiertes Mittel, das diese Art von Heißhunger stillt.
Man hat uns Scham vor diesem Verlangen anerzogen und so haben wir gelernt,
unsere Gefühle hinter langen Haarmähnen zu verbergen.
Aber ein Schatten der WILDEN FRAU verfolgt uns bei Tag und auch bei Nacht.
Wo wir auch hingehen, ein Schatten trottet hinter uns her – und – immer einer auf vier Beinen.“
Dr. Clarissa Pinkola Estés – Die Wolfsfrau

© Text: Anuvali Schauenburg
Die Wolfsfrau oder die Pferdefrau, beides sind Metaphern für den wilden, den ungezähmten, den ursprünglichen, natürlichen Anteil in uns. Instinkthaft, intuitiv, unendlich kreativ schlummert dieser Anteil in uns allen und wartet darauf, wachgeküsst zu werden.
Viele Frauen warten noch immer darauf, dass sie vom Prinzen, vom König, vom Mann wachgeküsst werden. Die Erlaubnis erhalten, die Liebe bekommen, die Wertschätzung für das, was sie sind. Vielleicht werden wir sogar mal wachgeküsst und bekommen all das für einige Zeit von jeMANNdem … Die Erfahrung zeigt, dass der Glücks- und Entspannungszustand nur vorübergehend ist und nicht anhält.
Wir dürfen uns JETZT selbst wachküssen und uns rückverbinden mit unserer Wildnatur. Die Quelle der weiblichen Kraft dort suchen ,wo wir sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch finden werden, … nicht im Außen, nicht durch männliche Bestätigung, nicht in Identifikationen mit verschiedensten Rollen, … sondern in unserem tiefsten, innersten Selbst.
In Wirklichkeit ist es ganz einfach, wie alles Wahrhaftige. Die Quelle liegt in uns, liegt in dir, sprichwörtlich. In deinem Körper. In deinem Bauch. In deiner Gebärmutter, deinen Eierstöcken, deinen Eingeweiden. Auch in deinem Herzen. In deiner Mittigkeit, deinem Wirbelkanal, deinen Zentren, einigen vielleicht auch als Chakren bekannt.
Bevor wir aufstehen und handeln, am besten sogar, bevor wir denken oder sprechen, ist es eine gute Idee, uns hier zu finden, zu sammeln, zu zentrieren. Über unseren Atem … ich atme tief durch die Nase ein, bis in die Mitte meines Kopfes, dort befindet sich das Meisterzentrum, das dritte Auge – Ajna, und mit dem sanften Ausatmen fließt die aufgenommene Energie über die Schädelbasis durch meinen Wirbelkanal bis hinunter in mein Becken, das Ende meiner Wirbelsäule, das Wurzelchakra. Ich verfolge dieses natürliche und sanfte Fließen der Energie bewusst und zentriere mich so immer mehr in meinem Körper. Diese kleine Meditationsübung kannst du immer wieder machen, im Liegen, Sitzen, Stehen – sie wird dich erden, dich entspannen, dich zur Quelle deiner Kraft führen. Es gibt keine andere Quelle, es gibt nichts da draußen, das dich wirklich, wahrhaftig und nachhaltig stärkt, satt macht und dir die Kraft gibt, dein volles Potential als Frau, als Mann, als Mensch zu leben.
Ich persönlich hatte das Glück, als einziges und jüngstes Mädchen in eine reine Männerfamilie hineingeboren zu werden … leicht hysterisches Gekicher … mit fünf Brüdern brachte meine Mutter, in fortgeschrittenem Alter, endlich ihr Mädchen zur Welt und erstmal waren alle glücklich und freudig erstaunt über dieses Wunder.
Doch bald wandelten sich das Glück und die Freude in bloßes Erstaunen und mehr und mehr in Unverständnis, Abwehr und Ablehnung. Dieses wilde, emotionale, unberechenbare, hochsensible weibliche Wesen passte nicht in die naturwissenschaftliche, geordnete, logisch nachvollziehbare, sportlich leistungsbetonte Welt meiner Männerfamilie.
Auch meine Mutter war völlig überfordert und versuchte meinen Widerstand, mich ein- und unterzuordnen, ängstlich und sorgenvoll, manchmal wütend und gewaltsam, zu bändigen, letztlich zu brechen. Sie hatte gelernt, sich in den Dienst zu stellen, dem Männlichen zu dienen, ihre eigene weibliche Wildnatur zu unterdrücken, in Schach zu halten, nicht nach draußen zu lassen.
Ich erlebe heute diesen familiären Umstand als Glück und Segen. Das Aufwachsen in dieser Männerfamilie hat mich gewappnet und gestärkt, um später in einer Gesellschaft, die sich kollektiv auf das männliche Prinzip geeinigt hat, nicht nur zu überleben, sondern meinen Platz zu finden und mich in meinem Frau SEIN, meiner Weiblichkeit zu erfahren und auszudrücken.
Ich spreche hier übrigens nicht von Frau und Mann als Geschlecht, sondern von weiblichen und männlichen Schöpfungsprinzipien, Energien, Yin und Yang. Die Männer leiden genauso stark unter dem Ungleichgewicht dieser Pole wie wir Frauen. Wir haben uns kollektiv auf die Bevorzugung des männlichen Prinzips geeinigt, wir Frauen in gleichem Maße wie die Männer.
Die männliche Yang Energie ist aktiv, strukturiert, zielorientiert, dynamisch aggressiv. Es ist die Sonnenenergie, der Tag, das klare wache Verstandesbewusstsein.
Die weibliche Yin Energie ist rezeptiv, chaotisch, schöpferisch kreativ, ungerichtet, dyna-misch in sich ruhend. Es ist die Mondenergie, die Nacht, das intuitive verborgene Gefühlsbewusstsein.
Wir könnten diese Zuordnungen unendlich fortsetzen.
Nur wenn Yin und Yang, männliches und weibliches Prinzip sich in absoluter Balance, Harmonie und Ausgeglichenheit befinden, fühlen wir uns wohl, sind wir in unserer Kraft, kann Leben und Weiterentwicklung stattfinden.
Sobald wir ein Prinzip bevorzugen, gerät ALLES aus dem Gleichgewicht und erkrankt. Die Folgen dieses Ungleichgewichts erleben wir gerade auf dem gesamten Planeten, egal ob wir Frau oder Mann sind.
Es gibt nur eine Lebensenergie, die wir in dieser inneren Quelle finden, sie wird auch Chi, Prana, Shakti genannt. Sie ist nicht polar, sie ist die eine göttliche Kraft, die allem zugrunde liegt. Als Frauen werden wir sie auf weibliche Art leben und in den Ausdruck bringen, als Männer auf männliche Art. Einfach weil Frauen ja schon Frauen und damit weiblich sind und Männer schon Männer sind. Letztlich geht es also nicht um weiblich oder männlich, sondern um Authentizität und das Leben unserer ursprünglichen und natürlichen Wildnatur, als Frau und als Mann.


FRAUENRETREAT Just for You
Sommerretreat: 30.07. – 03.08.2018
Heilung der weiblichen Urverletzung, “the original rape”. Während dieser Retreats werden wir die Tore zu deiner weiblichen Urquelle immer wieder öffnen und durchschreiten.
Leitung: E. Sedimaier & A. Schauenburg

Infos & Anmeldung: www.iht-chiemsee.de

AUS- UND WEITERBILDUNGEN
In dieser Zeit des Wandels brauchen wir neue psychotherapeutische Wege und Methoden, um den Herausforderungen der nötigen Transformation des Bewusstseins gerecht zu werden. Am IHT Chiemsee finden Sie zeitgemäße Aus- und Weiterbildungen, die diesem neuen Geist entsprechen.
• Weiterbildung zum pferdegestützten Psychotherapeuten
07. – 10.10.2018

Weitere Infos unter:

www.pferdezeit-chiemsee.de
• Ausbildungsbeginn Heilpraktiker für Psychotherapie
05. – 06.10.2018
Weitere Infos unter: www.iht-chiemsee.de



Anuvali Schauenburg lebt und wirkt im wunderschönen Chiemgau, als Heilpraktikerin für Psychotherapie und Ausbilderin für Psychotherapeuten am eigenen Institut. Ihre besondere Liebe gilt den Pferden. Im eigenen Stall mit wesensgerechter Pferdehaltung schult sie Mensch und Pferd im wertschätzenden Miteinander, am Boden und beim Reiten, ohne Trense und Sattel. www.iht-chiemsee.de