Damit unsere Erde wieder heilen kann

Das gemeinnütziges Projekt riceforlife mit Urreissorten Ayurveda

Aus einer Handvoll Bauern auf Sri Lanka, die der Ayurveda-Arzt Dr. Jayanath Abeywickrama 2009 mühsam davon überzeugte, alte Reissorten nach ayurvedischer Tradition anzubauen, sind fast 1000 geworden. Ehrenamtliche aus der Region halfen mit, das heilkräftige Lebensmittel zu verbreiten. © Text: Veronika Mergenthal

Rosalia Huber sagt: „Alles trägt dazu bei, dass unsere Erde wieder heilen darf.“ Mit ihrem Mann Josef besuchte die Biobäuerin aus Gars am Inn heuer im Februar und März das Projekt und war tief bewegt. 2009 hatte alles begonnen. Dr. Jayanath Abeywickrama, international tätiger Ayurveda-Arzt, der sein Wissen aus 31 ungebrochenen Linien hat, behandelte in seiner Klinik immer wieder Bauern mit schwersten Erkrankungen, ausgelöst durch die Agrochemie im herkömmlichen Reisanbau. Über die schwangeren Frauen überzeugte er die Bauern davon, wie wichtig ein gesundes Lebensmittel für ihre Kinder ist.
Als erstes wurde die Sorte „Diamant“ angebaut, die bei einem verfrüht einsetzenden Starkregen als einzige Reissorte im Land stehen blieb und sich erholte. Rosalia Huber: „Das war der Wink von oben, dass das Ganze doch etwas Göttliches sein kann.“ Das Projekt wurde auf vier Sorten, eine weiße und drei rote, reich an Mineralien, Proteinen und anderen kostbaren Inhaltsstoffen, erweitert. Bewusst wählte sie Dr. Jayanath als Arzt aus, mit ihrer unterstützenden Wirkung unter anderem für Diabetiker, zum Entschlacken oder zum Aufbau im Wachstum und nach schweren Krankheiten.

Die Arbeit ist wie Meditation
Die Bauern bekommen das Saatgut von Dr. Jayanath kostenlos und verpflichten sich im Gegenzug zum Anbau nach alt-ayurvedischer Tradition, ohne Pestizide und chemische Dünger, mit höchster Wertschätzung und Freude, in Handarbeit zur Schonung der Böden, begleitet von Mantren, Gebeten von Mönchen und Segnungsritualen. Beeindruckt waren Rosalia und Josef Huber, als sie Nave, den Pionier unter den Reisbauern, beim Abladen von neun Tonnen Reis beobachteten. Diese Arbeit war für ihn Meditation und gab ihm so viel Kraft, dass er auch nach 25 Stunden ohne Schlaf nicht müde wurde. Er kennt jeden Landwirt persönlich, sammelt den Reis ein und zahlt bei Abholung die Entlohnung durch Dr. Jayanath aus, den eineinhalbfachen Weltmarkt-Preis. Verkauft wird der Reis in Sri Lanka sowie in den USA und Deutschland, wo Dr. Jayanath unermüdlich mit Vorträgen und Heilarbeit Geld für das Projekt sammelt. In Sri Lanka lehrt er, wo er geht und steht, klärt auf über die Bedeutung von sauberer Luft, Wasser und Ernährung.

Aufklärung und Wertevermittlung bereits bei den Jüngsten
Ein Grundstück neben seinem Haus im Dschungel stiftete Nave für eine Art Vorschule, um mit der Bildungsarbeit bei den Jüngsten zu beginnen. Es liegt in einer Linie mit einem Tempel, den der Ayurveda-Arzt 2006 renovieren ließ, und dem heiligen „Bodhi-Baum“. Um ihren Reis auch beim Entspelzen nicht aus der Hand zu geben, bauten die Bauern nur mit Muskelkraft eine eigene Reismühle. Sie arbeiteten jede freie Minute und schliefen auch dort.
„Wir haben so viel gelernt da unten. Das sind keine Bittsteller“, sagt die Garser Bäuerin. 2013 wies ihr Dr. Jayanath bei einer Einzelkonsultation in der Praxis seines Freundes Dr. Erwin Lüddecke aus Ampfing den Weg aus einem Burnout. Die wenigen Sätze von Lüddeckes Sprechstundenhilfe Angelika Schindlauer über das Reisprojekt erreichten ihr Herz. Anfang 2017, als sich der unterstützende Verein „Hele Bima“ aufzulösen drohte, weil die Handvoll Helfer müde waren, wurde sie mit ihrem Mann Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Handelsgesellschaft „Rice for Life“ und nahm das Lager zu sich an den Hof. Allein durch die Arbeit mit dem Projekt hätten sie und ihr Mann sich von ihren tiefen gesundheitlichen Krisen erholt, erzählt sie.
Die ganze Familie, Ehemann Roland und die Söhne Hansi (10) und Korbinian (8), packt bei der ebenfalls ehrenamtlich engagierten Finanzbeamtin Martina Niedermeier aus Tüßling tatkräftig mit an. „Es begeistert mich einfach, dass ich ein gesundes Lebensmittel erhalte, den Bauern die Chance geben kann, selbständig und unabhängig zu sein. Sie erhalten einen fairen Lohn für ihre Arbeit, ohne viele Zwischenhändler und Verwaltungskosten. Mir ist auch Umweltschutz und Artenvielfalt sehr wichtig. Nicht zuletzt werden soziale und kulturelle Projekte unterstützt, die auch mit Kindern und Frauen arbeiten, um Wissen und Bildung weiter zu teilen. Und da müssen wir Frauen einfach zusammenhalten.“


JEDE VERKAUFTE PACKUNG

Reis unterstützt das Projekt
Diesen sehr schmackhaften ayurvedischen Naturreis können Sie bestellen auf
www.riceforlife.net
Außerdem erhältlich in den Weltläden im Berchtesgadener Land Mitterfelden, Piding, Teisendorf und Anger.

UNTERSTÜTZER WERDEN

Werden Sie Mitglied im gemeinnützigen Verein HELE BIMA und unterstützen Sie dieses und weitere wertvolle Projekte
www.helebima.info/projekte



Veronika Mergenthal
ist seit 1997 als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Reportagen, Naturthemen und Spirituelles tätig. Darüber hinaus widmet sie sich seit 1996 der Ölmalerei und Zeichnung sowie seit 2013 dem Aufbau eines Netzwerkes der Nachhaltigkeit. Näheres unter www.mergenthal.de