Seelenpartner als Pioniere einer neuen Zeit

„Offensichtlich zwei, doch eins in der Seele – du und ich.“ Rumi
„Offensichtlich zwei, doch eins in der Seele – du und ich.“ Rumi

Es hat den Anschein, dass in der heutigen Zeit immer mehr Menschen auf ihren „Seelenpartner“ treffen – mit romantischem Liebesglück hat diese Begegnung jedoch nichts zu tun, ganz im Gegenteil! Lesen Sie hier, was es damit auf sich hat und wie diese tiefe Erfahrung unserer Entwicklung dienen kann. © Text: Sabine Zimmermann

Die Vorstellung, dass es auf der Welt einen einzigen Menschen gibt, der uns perfekt ergänzt, ist uralt. Bereits in der Antike entwickelte Platon das Gleichnis vom Kugelmenschen: Einst bildeten die Geschlechter eine Einheit, die glücklich und selbstbewusst als „Kugelwesen“ umher tollten. Doch als sie den Göttern zu übermütig wurden, teilten diese die Menschen in zwei Hälften und verstreuten sie auf der ganzen Welt – seitdem vergehen sie vor Sehnsucht nach ihrer „verlorenen“ Hälfte. Und obwohl sie diese niemals wiederfinden, hören sie nicht auf, danach zu suchen.
Dieser Mythos beschreibt unsere alte Sehnsucht nach dem einen Menschen, der uns, sobald wir ihn gefunden haben, vollständig und glücklich macht. Doch die Suche nach einer Quelle des Glücks außerhalb von uns selbst ist im Grunde genommen die perfekte Anleitung zum Unglücklichsein. Dennoch bleiben wir oft sehr lange in diesem Zustand des „Nicht-vollständig-Seins“ gefangen, indem wir die Erfüllung unserer Bedürfnisse auf einen Partner projizieren.   

Seelenpartner – die größte Herausforderung des Lebens
Die Begegnung mit einem Seelenpartner (auch „Dualseele“ genannt“) zwingt uns, aus diesen Begrenzungen herauszuwachsen. Bei diesem Menschen haben wir von Anfang an das Gefühl, dass es sich um die „verlorene Hälfte“ handelt. Diese Begegnung ist wie ein Blitzschlag, sie ist nicht rational erfassbar und mit keiner anderen Beziehung vergleichbar. Da ist ein innerer Gleichklang, eine sofortige Vertrautheit, das Gefühl, sich schon ewig zu kennen. Eine Erfahrung, die das ganze Leben sprengt – danach ist nichts mehr so, wie es einmal war.
Doch die Beziehung zu einem Seelenpartner ist leider nicht Hollywood, nicht das große Glück, welches wir uns immer erträumt haben, sondern – nach anfänglichem „Höhenflug“ – zunächst mit sehr viel Schmerz, Leiden, Drama und Geduld verbunden.
Oft stammen beide aus ganz unterschiedlichen „Welten“, einer oder beide sind in einer Partnerschaft gebunden und ein dauerhaftes Zusammenkommen scheint aufgrund der Umstände unmöglich zu sein. Immer wieder bricht der Kontakt ab, lässt sich nicht wiederherstellen. Aufgrund von Gesprächen mit Betroffenen und umfangreichen Recherchen bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass diese Begegnungen immer nach einem ähnlichen Schema ablaufen: Einer der Partner (meist der Mann) zieht sich radikal zurück, weil er die Intensität der Gefühle nicht verkraftet, während der andere (meist die Frau) sich in den eigenen Gefühlen zu verlieren scheint und dementsprechend stark leidet. Natürlich können diese Rollen auch vertauscht sein, oder es begegnen sich gleichgeschlechtliche Partner. Weitaus häufiger ist jedoch die erste Variante.

„Es gibt eine Liebe, die über jede Liebe erhaben ist,
die Leben überdauert.
Zwei Seelen, aus einer entstanden.
Vereinigt wie zwei Flammen.
Identisch – und doch getrennt.
Manchmal zusammen, durch Gefühl
und Verlangen verschweißt.
Manchmal getrennt, um zu lernen
und zu wachsen – aber einander
immer wieder findend.
In anderen Zeiten, anderen Orten.
Wieder und wieder.“

Überlieferung aus dem 6. Jahrhundert
vom japanischen Patriarchen Tatsuya

Ein Seelenpartner ist daher meist nicht der Mensch, mit dem wir zusammenleben. Es würde einfach nicht funktionieren, zumindest solange nicht, bis beide ihre Themen restlos bearbeitet haben. Dann aber „braucht“ man einander gar nicht mehr.  Dennoch besteht zwischen beiden lebenslang ein derart starkes Band, dass man den anderen einfach immer spürt.
Der Seelenpartner ist der exakte Spiegel der eigenen Seele, auch wenn beide offensichtlich unterschiedliche Lernaufgaben zu bewältigen haben. Immer geht es jedoch um den eigenen Selbstwert, das Zulassen von Nähe und das Loslassen von Kontrolle.
Es scheint meist so zu sein, dass zunächst die Frau ihren Lernprozess durchlaufen muss, indem sie ihren Wert erkennt, sich um sich selbst kümmert und zur Quelle ihres eigenen Glückes wird. Erst, wenn sie den Mann losgelassen hat, kann auch er sich bewegen und wird mit seinen eigenen Gefühlen und unterdrückten Ängsten konfrontiert.
Dabei geht es nicht darum, in eine gemeinsame Partnerschaft zu kommen. Der Seelenpartner dient als Projektionsfläche für unsere tiefste Trennung von uns selbst. Die Liebe ist deswegen so unausweichlich groß, weil wir uns sonst nicht unseren eigenen Höllen stellen würden. Wir müssen uns so lange an dem Seelenpartner brechen, bis unser Ego vollkommen kapituliert hat.
Doch wer diesen Prozess durchlaufen hat, beginnt zu spüren: Meine Liebe ist nicht auf einen Menschen begrenzt, ich kann ausnahmslos ALLE Menschen lieben – einschließlich mich selbst. Ein befreiendes Gefühl!
Seelenpartnerschaften sind für mich Pioniere einer neuen Zeit – sie zwingen uns, durch die Kraft der Liebe zu wachsen. Wir werden freier, gelassener, glücklicher und liebevoller – gegenüber uns selbst und allen anderen Menschen. Vielleicht ist es daher kein Zufall, dass anscheinend immer mehr dieser Begegnungen stattfinden? Seelenpartner wandeln die Welt – von innen heraus.


Freitag, 16.11.2018, 19 – 21.00 Uhr // Chieming-Arlaching

Ein offener Gesprächsabend für alle, die an sich selbst, ihrer Partnerschaft oder ihrem Singledasein etwas verändern wollen!  Bei Bedarf regelmäßige Termine (1 x monatlich) geplant.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Auf Spendenbasis darf jeder, der möchte, gerne einen freiwilligen Beitrag leisten. Ort: 83339 Chieming-Arlaching

Mehr Infos und Anmeldung auf http://gehedeinenweg.net


Sabine Zimmermann ist Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie in Berchtesgaden. Mehr Infos unter www.gehedeinenweg.net
Bei Interesse an einem Gesprächsabend zum Thema „Seelenpartnerschaften“ bitte per Email melden unter info@gehedeinenweg.net. Natürlich sind auch Einzeltermine möglich!