Die heilende Kraft der Sonne – Vitamin D

Ist es nur eine Modeerscheinung oder ist das Vitamin D, welches durch die Sonnenstrahlen auf unserer Haut entsteht, wirklich so bedeutend für unsere Gesundheit? © Text: Andreas Fuchs

Können Sie sich vorstellen, dass es eine Substanz im Körper gibt, die entscheidend für viele Stoffwechselvorgänge ist, den Gewebeaufbau organisiert, unser Immunsystem stärkt, die Zellteilung verlangsamt, also Alterung und Krebsentstehung reduziert? Die noch vieles mehr für uns tut und sogar kostenlos ist? Auch ich konnte mir das nicht vorstellen. Bis ich mir irgendwann die Frage gestellt habe: „Was ist das Wichtigste für alles Leben auf unserer Erde?“ Meine Antwort lautete: „Die Sonne!“ Dann begann ich mich ernsthaft mit Vitamin D, dem „Sonnenhormon“, zu beschäftigen. In vielen Naturvölkern gab oder gibt es so etwas wie eine Sonnengöttin, einen Sonnengott. Auf vielen ihrer Zeichnungen werden Sonnenstrahlen als wichtig für unseren Körper dargestellt. Auch unsere Medizin wusste darum und nutzte die Sonne für unser Wohlbefinden schon früh. Kränkelnden Kindern wurde der Vitamin-D-reiche Lebertran hochdosiert verordnet. Eine Zeit lang wurden in Krankenzimmern spezielle UVB-Strahler eingesetzt. Erste Kurorte entstanden in sonnenintensiven Gegenden, also auf den Bergen oder an der See. Zum Entspannen, Regenerieren und natürlich auch – ja, zum Sonnenbaden!

Ist die Sonne gefährlich?
Was glauben wir heute über die Sonne zu wissen, nachdem marktwirtschaftliche Interessen über die Gesundheitsforschung herrschen? Ich finde, dass besonders in den letzten dreißig Jahren viel Negatives über die Sonne vermittelt wurde. Hautkrebsgefahr und das gefährliche Ozonloch sind oft in den Medien. Der Rat: Keine Mittagssonne und auf keinen Fall ohne Sonnencreme, quasi eine Anti-Vitamincreme, zum Sonnenbaden! Wie haben wir nur früher die Sonne überlebt?
Dabei kann uns jeder Hautarzt bestätigen, dass die sehr seltene, aber gefährliche Form des „schwarzen Hautkrebs“ fast nur an Stellen auftritt, die wenig bis nie von der Sonne bestrahlt werden. Der „weiße Hautkrebs“ hingegen streut nie und nur diese Form kommt auch an sonnenbestrahlten Stellen wie dem Gesicht oder den Händen vor. Er ist aber leicht zu entfernen und stellt keine große Gefahr dar.
Ich möchte hier niemanden dazu verleiten, seine Haut häufig mit einem Sonnenbrand zu belasten, sondern dazu anregen, wieder einen gesunden Umgang mit der Sonne zu erlernen, die an den eigenen Hauttyp angepasst ist. Selbst Sonnenunverträglichkeit verschwindet oft durch einen gesunden Vitamin D-Spiegel.
Haben Sie gewusst, dass in unseren Breiten die Sonne nur von April bis September hoch genug steht, damit die Haut Vitamin D bilden kann? Ist Ihr eigener Schatten länger als Sie groß sind, filtert die Atmosphäre die dazu notwendige UVB-Strahlung größtenteils heraus. Im Winterhalbjahr, hinter Glasscheiben und ab einem Sonnenschutzfaktor größer 8 wird kein Vitamin D mehr gebildet. Übrigens steigert das Solarium nur Ihren Vitamin D-Wert, wenn die teureren und langsamer bräunenden UVB-Röhren eingesetzt werden. Die UVA-Röhren hingegen machen zwar schnell braun, aber auch rasch faltig und schaden der Haut!
Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir hellhäutigen Mitteleuropäer über den Sommer unser Vitamin D-Konto auffüllen. Es sollte also jetzt im Spätsommer einen gesunden Höchststand erreicht haben. Die durchschnittlichen Werte zeigen aber, dass selbst am Ende des Sommers viele Menschen hierzulande an einem deutlichen Mangel leiden. Nach dem Winterhalbjahr sind es gar über 90 Prozent. Selbst Kinder sind laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu 79 Prozent unterversorgt. Kranke und Pflegebedürftige, die dringend Vitamin D zur Heilung bräuchten, leiden fast alle an einem extremen Mangel – im Krankenzimmer scheint keine Sonne.
Vielleicht ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass Symptome wie juckende Haut, Energiemangel, depressive Verstimmungen, Schmerzen an Füßen und im Kreuz, Regelbeschwerden, weiße Fingerspitzen, Übelkeit und Schwindel im Winter verstärkt auftreten? Genau dann, wenn das Sommer-Vitamin D aufgebraucht ist?
Wir arbeiten vorm PC oder in der Werkshalle, fahren Auto oder Bahn, sind Fitnessstudiosportler geworden, selbst geschwommen wird unterm Dach. Ja, die Sonne hat es schwer heutzutage!
Ein gut gefülltes Vitamin D-Konto könnte dagegen eine entscheidende Lösung für viele Zivilisationskrankheiten sein – und hat meiner Meinung nach die Bezeichnung Prävention allemal verdient! (© Text: Andreas Fuchs)

 

BERATUNG: Andreas Fuchs in Schönau am Königssee berät zu Vitamin D www.praxis-lebenswert.de
ZUM WEITERLESEN: www.vitaminDservice.de
BUCHTIPP: Gesund in 7 Tagen, Dr. med. R. von Helden, Hygeia-Verlag
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Sabine Zimmermann, Sozialpsychologin, Mediatorin, Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie für die Kraftquelle

Andreas Fuchs ist Heilpraktiker mit eigener Praxis in Schönau. Durch seinen Tätigkeitsschwerpunkt Wirbelsäulentherapie forschte er nach weiteren Ursachen für Schmerzen im Bewegungsapparat und kam so auch zum „Sonnenhormon“ und ist heute Vitamin D-Berater. www.praxis-lebenswert.de